Claudio Monteverdi 450. Geburtstag

Vortrag von Prof. Dr. Silke Leopold (Universität Heidelberg)
"Sopra li fondamenti della verità". Claudio Monteverdi e la musica moderna

Mit seiner Unterscheidung zwischen „prima pratica“ und „seconda pratica“ hat Monteverdi dazu beigetragen, dass die Zeit um 1600 als eine Epochenwende der Musikgeschichte wahrgenommen wird, als Ende der Renaissance und Anfang des musikalischen Barock, als Abschied von der polyphonen Mehrstimmigkeit und Beginn der dramatischen Musik. Der „moderne Komponist“, so Monteverdi, arbeite genauso auf der Grundlage der Wahrheit wie die Generationen zuvor. Allerdings wies Monteverdi dem Komponisten, dem Schöpfer moderner Musik, eine neue Rolle zu: Kunst, so Monteverdi, artikuliere sich nicht so sehr im perfekten Erfüllen als vielmehr im gezielten Überschreiten der Regeln. Die Kategorien Falsch und Richtig müssten gegenüber der Wahrhaftigkeit des musikalischen Gefühlsausdrucks zurückstehen, wahre Kunst solle erschüttern, nicht behagen. In dieser Forderung steckt nichts weniger als ein neuer Kunstbegriff und eine neue und sehr aktuelle Vorstellung von den Aufgaben des Künstlers in einer erklärungsbedürftigen Welt.

Im Anschluss (20:00 Uhr):
Projektpräsentation von Aaron Carpenè (Rom) und Stefano Vizioli (Rom/Pisa)
„Japan Orfeo” (Kamakura und Tokyo 2016)

Im vergangenen Jahr feierten Japan und Italien den 150. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern. Der Musiktheaterregisseur Stefano Vizioli, künstlerische Leiter des Teatro Verdi in Pisa, und der Musikwissenschaftler und Dirigent Aaron Carpenè boten hierzu in Zusammenarbeit mit der „Friendship Bridge Classical Music and Arts Society“ eine außergewöhnliche Hommage dar: „Japan Orfeo“ – eine interkulturelle Inszenierung von Monteverdis genialem Opernwerk aus dem Jahre 1607, die italienische Folklore, Mode und Technik mit Japans traditionellem Theater (Nō), Tanz (Nihon Buyo) und Musik (Gagaku) vereinte. Das von den Botschaften und Ministerien beider Länder, Kulturinstituten sowie zahlreichen staatlichen und privaten Spendern geförderte Projekt, das weithin große Beachtung fand, wird von seinen Autoren vorgestellt und ist in einem ungekürzten Video der Aufführung im Tempel von Tsurugaoka Hachimangu in Kamakura zu sehen.

Veranstaltung in italienischer Sprache

Deutsches Historisches Institut in Rom

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 18:00 Uhr

Veranstaltung in italienischer Sprache

Anmeldung erforderlich