Musicologia oggi

Vortragszyklus "Klangbild Reformation"

Siegfried Matthus (Berlin)
Herausforderung Reformationsjahr. Zur Dramaturgie meiner musikalischen Vision ‚Luthers Träume‘ (2017)

Deutsches Historisches Institut in Rom
11. Mai 2017, 18.00 Uhr

Am 3. März erlebte ein neues Werk des Komponisten Siegfried Matthus seine erfolgreiche Uraufführung in Frankfurt/Oder: Luthers Träume, eine musikalische Vision auf Texte des großen Reformators und Übersetzers der Bibel, auf Äußerungen von dessen Zeitgenossen und auf Worte aus der Heiligen Schrift. Im zweiten Vortragsabend zu „Klangbild Reformation“, dem diesjährigen Zyklus von Musicologia oggi, wird der Komponist seinen musikalischen Beitrag zum Reformationsgedenken 2017 persönlich vorstellen. „Martin Luther,“ so Matthus im Vorfeld, „hat sich zu vielen Themen geäu-ßert, in kontroverser und auch sich selbst widersprechender Weise. Da ist er einem anderen Großen der Weltgeschichte sehr ähnlich: Richard Wagner. Luther, sein Wirken und Denken, in einer virtuosen Dramaturgie als Träume zu gestalten, bot mir die Möglichkeit, mich dem Zwang zur Nachgestaltung realer Zeitverläufe und komplexer Dispute zu entziehen und mich voll und ganz auf die Profilierung musikträchtiger Momente zu konzentrieren. Mein Hauptanliegen war: Nicht die dogmatische Haltung einer Religion, sondern einerseits die Anerkennung und Liebe zum Gott aller Religionen und andererseits Luther als Schöpfer unserer Sprache müssen sichtbar werden.“

Siegfried Matthus, 1934 im damals ostpreußischen Mallenuppen (heute: russ. Sador-oshnye) geboren, ist Schüler von Rudolf Wagner-Regeny und Hanns Eisler. In den 1960er Jahre hat er mit Walter Felsenstein und Götz Friedrich an der Komischen Oper Berlin zusammengearbeitet, dort eine vielbeachtete Veranstaltungsreihe Kammermusik im Gespräch konzipiert und diese lange Jahre geleitet. 1969 zu deren Mitglied ernannt, leitete er eine Meisterklasse sowie die Sektion Musik der Akademie der Künste Berlin (Ost). 1976 wurde er zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin (West), zwei Jahre darauf der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München ernannt. Sein Renommee als über die unterschiedlichsten Genres souverän verfügender Komponist, versierter Mann des Theaters, engagierter Pädagoge und ideenreicher wie geschickter Organisator in Sachen Kultur hat den Prozess der staatlichen Einigung Deutschlands überdauert und wurde auch in zahlreichen Ehrungen bestätigt, darunter 1996 der Preis des Internationalen Theaterinstituts Berlin (ITI), 1998 der Preis des Verbandes der deutschen Kritiker und 2000 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. 1991 hat Siegfried Matthus die Kammeroper Schloss Rheinsberg gegründet, deren Erfolgsgeschichte als Internationales Festival junger Opernsänger bis heute untrennbar mit seinem Namen und Œuvre verbunden ist.

Vortrag in deutscher Sprache

 

Deutsches Historisches Institut in Rom

18.00 Uhr

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