Geschichte der Musikbibliothek

Mit der Gründung der Musikgeschichtlichen Abteilung (offizielle Eröffnung am 14. November 1960; Vorarbeiten von Paul Kast zur Einrichtung einer musikwissenschaftlichen Forschungsstelle ab 1958) begann das Deutsche Historische Institut in Rom mit dem Aufbau einer musikwissenschaftlichen Spezialbibliothek. Ausgehend von der Dauerleihgabe von ca. 700 Bänden aus der Bibliotheca Hertziana als musikhistorischen Grundstock, verfügt die Musikbibliothek heute über ca. 63000 Medieneinheiten.

Nach der relativ kurzen, aber fruchtbaren Amtszeit von Helmut Hucke (1962–1964) übernahm am 30. Juni 1964 Friedrich Lippmann die Leitung der Musikgeschichtlichen Abteilung und der Musikbibliothek. Er hatte dieses Amt 32 Jahre lang, bis 1996, inne, in denen sich die Bibliothek zu einem zu einem wichtigen Bezugspunkt für die deutsche und italienische Musikwissenschaft und -praxis entwickelte.

1997 wurde Markus Engelhardt zum Leiter der Abteilung und der Bibliothek und erweiterte die Bestände und Ausstattung weiter zu einer Forschungsbibliothek auf internationalem Niveau. 2017 wurde eine organisatorische Einheit der Bibliotheken des DHI Rom geschaffen, deren Leitung z.Zt. Patricia Kern unterliegt. Der Online-Katalog der Bibliothek ist in das Urbis Library Network der ausländischen Institute in Rom integriert worden, eine sukzessive Einbindung in den Südwestdeutschen Verbund (SWB) erfolgt seit 2017. Es wird eine weitergehende Einbindung in die moderne und innovative Forschungs- und Bibliothekslandschaft verfolgt.

Der stetige Ausbau der Musikbibliothek vollzieht sich seit ihrer Gründung neben der Akzession moderner Musikausgaben und aktueller Forschungsliteratur (Zeitschriften, Monografien, Nachschlagewerken, Partituren, Klavierauszüge, Operntextbücher etc.) wesentlich auch über antiquarische Erwerbungen und Schenkungen. So konnte 1979 beispielsweise eine wertvolle Sammlung venezianischer Libretti des 17. und 18. Jahrhunderts aus dem vormaligen Besitz des italienischen Musikwissenschaftlers Remo Giazotto erworben werden und kürzlich wurden zahlreiche Musikhandschriften und seltene Drucke aus der Sammlung von Giancarlo Rostirolla übernommen.

In den Beständen der Musikbibliothek spiegelt sich auch wesentlich die wissenschaftliche Arbeit der MitarbeiterInnen und StipendiatInnen des DHI Rom, deren Forschungsmaterialien in der Regel der Bibliothek zugeführt werden und u.a. in den Bestand an musikalischen Quellen einfließen. Auch zahlreiche externe WissenschaftlerInnen überlassen nach Abschluss ihrer Arbeiten nicht nur Exemplare ihrer Publikationen, sondern auch oft ihre Materialien dem DHI Rom, sodass die Bibliothek ein facettenreiches Bild der Forschungen im Bereich der deutsch-italienischen Musikgeschichte der letzten 60 Jahre abgibt.

Die Musikbibliothek ist seit 1959 Mitglied der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken (AIBM).